«Not always everything must take place in old town center»

Di, 30. Nov. 2021 Neue Fricktaler Zeitung

Pop-up Art Gallery im Rheinfelder Salmenpark eröffnet

Am Samstag ist im Rheinfelder Salmenpark die Pop-up Art Gallery mit einer Vernissage eröffnet worden. Zu sehen sind die Phénomena-Installation, die der britische Künstler Charles Morgan zum hundertjährigen Jubiläum des Uhrenherstellers Oris geschaffen hat. Dazu Malereien, Skulpturen und Photoarbeiten von elf Rheinfelder Kunstschaffenden.

Edi Strub

RHEINFELDEN. Die Pop-up Art Gallery basiert auf Ideen von Citymanagerin Corinne Caracuta. Sie suchte Räumlichkeiten, wo die an Riesen-Uhren mahnende Installationen «Phénomena» von Charles Morgan gezeigt werden könnte. In der Altstadt, wo solche Ausstellungen meist stattfinden, fand sie jedoch nichts Passendes. Und so kam der Salmenpark mit seinen zum Teil noch leerstehenden Geschäftsräumlichkeiten ins Blickfeld.

Hier bot sich auch die Möglichkeit, Rheinfelder Kunstschaffenden eine Bühne zu bieten, wo sie ihre neusten Werke zeigen und vor Weihnachten zum Kauf anbieten können. Das Immobilienunternehmen PSP stellt die Räume gratis zur Verfügung, Oris die Installation und das Cafe Riche von Eveline Räz sorgt für Getränke und Speisen an der Vernissage und den Sonntags- und Abendverkäufen. Ziel der Stadt Rheinfelden und der PSP ist es, den Salmenpark sichtbarer zu machen und besser ins kulturelle und soziale Geschehen der Stadt einzubinden. Es soll nicht immer alles im «Städtli» stattfinden, sagte Citymanagerin Corinnne Caracuta. Die Pop-up Art Gallery soll der Anfang einer Entwicklung und eines Versuchs sein.

Die oft etwas leere Piazza des Salmenparks soll periodisch etwas belebt werden. Möglich wären ausser Ausstellungen zum Beispiel auch Blasmusikkonzerte oder Anlässe für Kinder. Grosse Aufmerksamkeit Fasziniert studierten zwei Burschen an der Ausstellung die wundersame Mechanik der «Phénomena»-Installation. Charles Morgan bezeichnet sie in seiner Präsentation als «mechanische Poesie». Bei modernen Telefonen und Computern könne man nicht mehr erleben, wie sie funktionieren wie bei einer mechanischen Uhr zum Beispiel.

Das sei doch eigentlich langweilig, meint Morgan. Grosse Aufmerksamkeit erntete Charles Morgan schon früher mit seiner Installation, die er für das Verkehrsmuseum in Luzern schuf: Eine Kugel rollt durch eine künstlich nachgebildete Schweizer Berglandschaft, steigt in den Zug, löst bei der Vorbeifahrt Hundegebell und Glockengeläut aus und verschwindet schliesslich in einem Hotel aus Blech. Die Leute – vor allem die Kinder – stehen ewig davor, um zu ergründen, wie alles funktioniert. Viel zu ergründen geben auch die ironisch-hintergründigen Photomontagen, die Bettina Costa an der Ausstellung in Rheinfelden zeigt. Auf den Bildern mischt sich Bekanntes aus dem Stadtbild von Rheinfelden mit Phatastischem aus exotischen Gegenden.

Mitten in Rheinfelden vor dem Roten Haus kann zum Beispiel wie in der Karibik gebadet werden und über den Pile-Up-Bauten von Zwimpfer an der Habich-Dietschy-Strasse, schweben wie in einer Unterwasserwelt Quallen. Steph Hermes, ein anderer der ausstellenden Künstler, zeigt Keramikarbeiten, die er aus Steinen, Bauschutt und Badezimmerplättli aus dem Baumarkt zusammenstellt. Das sind nur zwei Beispiele, der Besuch in der Ausstellung lohnt sich. Die meisten Werke der elf Künstlerinnen und Künstler können zu erschwinglichen Preisen erworben werden. Offen ist die Ausstellung in den kommenden Wochen jeweils am Mittwochabend sowie zweimal am Sonntagnachmittag.

Ein junger Knabe studiert die Mechanik und das Funktionieren der Charles Morgan-Installation. Fotos: Edi Strub.