bio

Bettina Costa wurde 1965 in Rosario (Argentinien) geboren. In ihrer Begabung erahnt man das Erbe ihres Vaters Aldo Costa (Zeichner und Maler). Nach einer 2-jährigen Malausbildung bei Stella Maris Marinich (Künstlerin – Provinz Buenos Aires, Argentinien), kommt sie 2001 in der Schweiz.
Ihre Reise als Künstlerin begann in Argentinien mit einem realistischen Stil. Ihr Handeln war geprägt durch den Konflikt, wie sie anhand ihrer Erziehung Malen sollte und wie sie eigentlich Malen wollte.
Sie wurde von der abstrakten Welt angezogen. Zu verstehen, dass ein Bild nicht unbedingt exakt der Realität, die es darstellt entsprechen muss, verlieh ihr Flügel für die Welt der Abstraktion.
Schwieriges Terrain, heimtückisch und komplex; die mehreren Ebenen in ihrer abstrakten Werken (Papier, Gips, Acryl) laden den Betrachter zum Entdecken und Wahrnehmen einer Welt voller Formen, Farben, Lichter und Schatten.

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Durch die Sehnsucht nach ihrem Geburtsland Argentinien erschien ein neues Thema: “Tango”, als Leitfaden führend durch ihre aktuellen Werke, die Serien “Tango de Papel“, “Tangollage” und als neuestes “Pasos de Tango“.
Mit einer persönlichen Technik, welche Collage und Acryl verwendet, gelingt es der Künstlerin, Bewegung, Leidenschaft und Musik aufzuzeigen: übereinanderliegende suggestive Bilder, kontrastreiche und harmonische Farben, die mit ausgeglichener Intensität auf die Oberfläche des Papiers und die Gefühle des Betrachters wirken.

Bettinas Werke laden zum Reisen nach Argentinien ein, den Zauber des Tango zu erleben; sinnlicher populärer Tanz, menschliche Figuren, anonyme Menschen, die sich im Takt bewegen, aneinandergeschmiegte Körper, in die Ferne wandernde Gedanken, zusammengekniffene Augen, Beine, die sie sich streicheln und kreuzen.
Musik, die in die Seele dringt und den Körper als Bewegung verlässt.
Ihre Werke laden uns zum Tanzen ein.

Originaltext (Spanisch) von María Milagros Labrador / Juli 2015
Kunstkritikerin
Universidad Nacional de Rosario – Argentinien

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MEINE BEZIEHUNG ZUM TANGO
Ich bin in Argentinien geboren; der Wiege des Tangos. Ich habe aber diesem Teil meiner Kultur nie wirklich viel Aufmerksamkeit gewidmet. Ich habe Tango als etwas “für alte Leute” betrachtet. Nie hätte ich gedacht, dass ich mich je für Tango interessieren würde… bis ich ausgewandert bin.
Anfangs des 20. Jahrhunderts war Argentinien voller Einwanderer, die ihr Glück in diesem Land suchten, mit der Hoffnung nach Europa zurückzukehren oder ihre Familien über den Ozean zu holen. Die Tango-Texte spiegeln das tiefe Gefühl des Verlustes dieser Einwanderer und die Nostalgie für die Menschen und Orte, die sie hinter sich gelassen haben. Tango half ihnen, ihre Sorgen zu vergessen. Ich bin auch eine Einwanderin, kam aber aus einem ganz anderen Grund in die Schweiz. Ich hatte nie Heimweh; habe aber vielleicht unbewusst nach etwas gesucht, um meine Wurzeln nicht zu verlieren. Mit dem Tango fand ich es.
Nein, ich kann nicht Tango tanzen; zumindest nicht in der traditionellen Weise.

MEINE WERKE
Die letzten Jahre habe ich mich intensiv mit dem Thema Tango auseinandergesetzt. Neben dem Malen, fing ich an mit Collagen und Schablonen zu arbeiten, letzteres, von Street Art beeinflusst.
Ab 2016 begann ich meine Tango-Variationen viel konzeptioneller umzusetzen. Beim ersten Mal ging ich mit dem Projekt “Vereda del Tango” (“Tango-Trottoir”) von den Wänden weg. Das ist eine “selbst-lern Tangofläche” bei der Kurbrunnenanlage in Rheinfelden, welche die acht grundlegenden Schritte des Tangos zeigt.
Danach folgten Teppichinstallationen: Schuhformen aus Teppich geschnitten und als Tango-Schritte auf dem Boden oder an der Wand platziert.
Während der Art Basel Woche 2017 präsentierte ich mein Projekt “Cancha de Tango“: eine rechteckige Rollrasenfläche auf einem Kiesplatz, welche die Tango-Schritte zeigt. Die Schritte waren mit Kreidespray markiert wie auf einem Sportplatz oder eben “cancha” (Spanisch für Sportplatz).

Es dreht sich bei mir aber nicht alles nur um Tango… Gleichzeitig arbeite ich vermehrt mit Papier- und digitalen Collagen und stelle in surrealer Weise Szenen des täglichen Lebens dar. Ein Beispiel davon ist das Projekt “Rheinfelden Surreal“, eine Serie von 29 Bildern, welche bei “kunst lokal rheinfelden 2018” (jurierte und kuratierte Ausstellung) präsentiert wurde. Zwei Bilder dieser Serie wurden als Rheinfelden Hochzeitsbilder für 2019 ausgewählt.

Bettina Costa / 2018

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